Eine Erinnerung daran, wie ich einem inneren Wissen gefolgt bin, lange bevor ich es gedanklich benennen oder wissenschaftlich begreifen konnte.
Es gibt Entscheidungen, die wir aus einem Gefühl heraus treffen, das sich zunächst nicht logisch erklären lässt und dennoch von einer vollkommenen Klarheit getragen ist. Das Wissen um die Hintergründe existiert im Verstand noch gar nicht, doch die eigene Intuition kennt den Weg.
Es begann vor vielen Jahren, als mein Sohn sieben ca. acht Jahre alt war, stand ich genau an so einem Wendepunkt.
In der Schule wurde er schnell bewertet, weil er im gewohnten Rahmen nicht so funktionierte, wie es erwartet wurde. Er war unkonzentriert und nach einiger Zeit verständlicherweise demotiviert und unruhig. Die Rückmeldung an mich war lediglich, dass er ein Kind sei, das schlichtweg keine Lust habe, zur Schule zu gehen.
Dieser Satz traf mich emotional direkt ins Mark und erschütterte mich tief. Doch gleichzeitig spürte ich in mir eine ganz deutliche Gewissheit: Da stimmt etwas nicht. Wie er dort im Schulsystem wahrgenommen und gesehen wurde, entsprach überhaupt nicht dem Bild, das ich von ihm hatte.
Mir wurde sofort klar: So bitte nicht.
Nach vielem Hin und Her mit Ärzten und Psychologen fand nach Monaten Wartezeit schließlich eine Untersuchung an der Uniklinik Lübeck statt, um die Hörverarbeitung genauer zu prüfen. Mein erster Impuls war damals: „Da brauchen wir gar nicht hinzugehen, da kommt ohnehin nichts bei raus.“
Der Hintergrund dieser Gedanken war meine eigene tiefe Erschöpfung. Ich litt zu dieser Zeit unter dem Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS) sowie unter chronischen Rückenschmerzen (Morbus Bechterew) und ich hatte kaum noch eigene Kraftreserven zur Verfügung. Doch ich sagte mir innerlich, dass dieser Schritt für mein Kind und sein weiteres Leben wichtig ist und wir das gemeinsam schaffen werden.
Es war die richtige Entscheidung: Es wurde festgestellt, dass mein Sohn unter einer auditiven Wahrnehmungsstörung (AVWS) litt.
Die Diagnose brachte zwar erste Klarheit, doch die praktischen Möglichkeiten im Schulalltag umzusetzen waren naturgemäß begrenzt. Ein schallisolierter Raum stand schlichtweg nicht zur Verfügung, und das Tragen von Schallschutz Kopfhörern im Unterricht fühlte sich für meinen Sohn eher isolierend an. Es war eine herausfordernde Situation für alle Beteiligten: Die Schule stieß an strukturelle Grenzen, und mein Sohn erlebte als Zweitklässler zunehmend Frust, weil das Lernen für ihn unter diesen Bedingungen extrem anstrengend und frustrierend war. Als Mutter spürte ich diese Not sehr deutlich und wusste, dass wir nach anderen Wegen suchen mussten.
Über Gespräche in meinem Umfeld erzählte mir eine Freundin schließlich von einem Logopäden, der etwa 50 Kilometer entfernt einen Vortrag über auditive Wahrnehmungsstörungen hielt. Ich meldete mich dort sofort an.
Dieser Vortrag veränderte alles. Der Referent erklärte nicht nur theoretisch, was in den Kindern vorgeht, er machte es für uns Erwachsene direkt hör-und fühlbar. Er spielte uns Tonbeispiele vor, die verdeutlichen, wie Kinder mit AVWS ihre Umwelt wahrnehmen: Oft verstehen sie keine klaren Worte, sondern hören lediglich ein Rauschen oder Gebrabbel, ähnlich wie bei einem schlecht eingestellten Radiosender. In Partnerübungen durften wir selbst spüren, wie anstrengend und isolierend das ist. Ich war in Tränen gerührt, endlich verstand ich, was mein Sohn täglich durchmachte, und dass sein Verhalten keineswegs Unlust war, sondern die logische Folge einer dauerhaften Reizüberflutung.
In diesem Vortrag stieß ich auch zum ersten Mal auf die Therapiemethode nach Alfred Tomatis (1920–2001). Als französischer HNO-Arzt und Forscher entwickelte er eine spezielle Gymnastik für das Ohr. Dabei nutzte er elektronisch modifizierte Musik (hauptsächlich Mozart), um die Hörverarbeitung, die Kommunikation und die motorischen Fähigkeiten gezielt zu stimulieren.
Damals konnte ich physikalisch noch nicht greifen, was genau dahinter steckte und doch war da sofort dieses innere, glasklare „Ja“. Der Weg dorthin verlangte uns einiges ab: Es brauchte großen zeitlichen Einsatz, Eigenkapital und innere Klarheit, um diese Therapie zu ermöglichen. Aber ich spürte tief in mir: Es ist jetzt wichtig.
Wir durchliefen zwei Phasen über mehrere Wochen. Täglich hörte mein Sohn mehrere Stunden speziell gefilterte Musik über Kopfhörer. Die klassischen Musikstücke wurden in ihren Frequenzen so angepasst, dass sie gezielt die Gehirnareale stimulierten, die noch Entwicklungsbedarf haben. Während dieser Zeit konnten die Kinder miteinander spielen und durch die Räume laufen, die Kopfhörer hatten ein 10 m lange Kabel. Und auch die Eltern, die die Zeit in einem Warteraum verbrachten, bekamen Kopfhörer mit angepasster klassischer Musik auf die Ohren.
Am Ende eines jeden Tages war deutlich zu spüren, wie intensiv das Nervensystem arbeitet: Wir waren angeregt, aktiviert, erschöpft und manchmal auch gereizt. Heute weiß ich: Es war das Zeichen dafür, dass das Nervensystem aus alten Starre-Mustern erwachte. Es fing an, sich neu zu organisieren und es begann ein Prozess, der Energie kostet, aber die Basis für eine nachhaltige Veränderung bildet.
Heute verstehe ich auch die wissenschaftlichen Zusammenhänge hinter diesem Erlebnis. Die gezielte Veränderung von Frequenzen nutzt die Neuroplastizität des Gehirns. Das bedeutet: Unser Nervensystem ist nicht starr. Es kann angeregt werden, neue neuronale Verbindungen zu knüpfen und bestehende Bahnen neu zu verdrahten.
Das Hören wird so zu einem Tor, über das das gesamte System erreicht werden kann, bis tief auf die Zellebene wirkt. Die Schwingungen und Frequenzen bringen Bewegung in Prozesse, die zuvor blockiert oder schwer zugänglich waren.
Mein Sohn wurde mit der Zeit wacher, präsenter und offener. Sogar Außenstehende sprachen mich auf seine positive Veränderung an. Doch diese Zeit hat nicht nur in ihm etwas bewegt, sondern auch in mir.
Obwohl mein eigenes Nervensystem damals im Dauerstress war, merkte ich, wie auch ich durch die Frequenzen im Raum ruhiger wurde. Wir waren in dieser Zeit mit dem Wohnmobil unterwegs, fernab vom durch getakteten Alltag. Diese gemeinsame Erfahrung hat unsere Verbindung auf eine stille, tiefe Weise gestärkt und vertieft.
Viele Jahre später wird mir bewusst, was damals bereits „im Feld“ war: Frequenz, Schwingung und die direkte Wirkung auf das Nervensystem.
Ich wusste damals nichts über die wissenschaftlichen Hintergründe, und doch folgte ich voller Vertrauen meiner Intuition. Heute arbeite ich selbst ganz bewusst mit Klang und Frequenzen, unter anderem mit fein abgestimmten Kristallklangschalen, um Menschen dabei zu unterstützen, ihr Nervensystem wieder in Balance zu bringen.
Mein Weg hat viel früher begonnen, als ich ihn damals erkennen konnte.
Wenn du mehr über die Hintergründe der Tomatis-Methode erfahren möchtest, findest du hier weitere Informationen: Tomatis® Methode – Aktivierung des Gehirns
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Klangvolle Grüße
Ute 💫