Seit vielen Jahren gehe ich meinen Weg der inneren Heilung. Ich habe unzählige Schichten freigelegt, Räume der Transformation durchschritten und begleite heute als Mentorin für Frequenz- und Bewusstseinsarbeit feinfühlige Frauen auf ihrem Seelenweg zurück zu sich selbst. Man könnte meinen, irgendwann an einem Punkt angekommen zu sein, an dem einen nichts mehr aus der Bahn wirft. Doch das Leben erinnert uns immer wieder daran: Innere Entwicklung ist kein starrer Zustand mit einem finalen Haken dahinter, es ist eine Spirale.
Vor einigen Monaten klopfte es ganz subtil und wurde dann immer spürbarer: Es kam wieder etwas aus der tiefsten Schicht an die Oberfläche. Ein Prozess begann, der mich über Monate fordern sollte. Ein Thema, von dem ich dachte, ich hätte es längst durchdrungen und aufgeräumt.
Während ich diesen Blogartikel schreibe, spüre ich noch einmal ganz deutlich, wie magisch dieser Prozess ist: Das Aufschreiben meiner eigenen Erfahrungen ist nicht nur ein Rückblick, sondern selbst ein lebendiger Teil der Transformation. Während die Worte fließen, ordnen sich die Erkenntnisse noch einmal neu, und tiefere Schichten des Verstehens dürfen ans Licht kommen. Veränderung im Inneren hört nicht auf, wenn das Erlebnis vorbei ist, sie entfaltet sich sogar noch beim Teilen der Erfahrungen.
Der erste Schritt auf dem Weg kam durch einen feinstofflichen Ruf aus meinem Inneren. Ich folgte der Einladung einer Freundin, mir ein Video über die Wirkungsweise des homöopathischen Mittels Streptokokkinum nach Dr. Andreas Tilch anzuschauen. Das Thema berührte mich sofort zutiefst, denn die Wirkungsdynamik spiegelten genau die tiefen Themen wider, mit denen ich auch in meinen eigenen energetischen Räumen arbeite.
Ich spürte den klaren Impuls, dieses Mittel für mich auszutesten und gab eine Bestellung in einer Hamburger Apotheke auf. Was dann folgte, war der Beginn eines tiefen Eintauchens in ein altes Kindheits-Trauma und, wie sich später herausstellen sollte, in eine noch viel tiefere pränatale Urangst.
Es begann in den Nächten, in denen mich über Wochen und Monate hinweg intensive Dunkelträume begleiteten. Sie führten mich immer wieder in alte, verlassene Angstsituationen, in Räume der Ungewissheit, in denen Gefühle hochkamen, die lange Zeit von der Oberfläche verschwunden waren. Die Träume machten unmissverständlich klar: Da unten wartet etwas aus meiner tiefsten Wurzel, das jetzt endlich gesehen und erlöst werden will.
Wenn solche alten Schatten an die Oberfläche spülen, stehen wir an einer entscheidenden inneren Weggabelung:
Der alte Reflex: In die Ohnmacht fallen und sich fragen: „Warum schon wieder diese Gefühle?“ – „Warum bin ich immer noch nicht weiter?“
Die Haltung der Selbstermächtigung: Erkennen, dass dieses Thema nicht auftaucht, um uns zurückzuwerfen, sondern weil unser System stark, klar und bereit genug ist, es jetzt auf einer noch tieferen Ebene zu erlösen.
Im ersten Moment ist es mir nicht leichtgefallen, mit dieser intensiven Welle umzugehen, mir ist es dennoch gelungen, mich ganz bewusst gegen den Opfermodus zu entscheiden. Mir war bereits klar: „Ich bin kein hilfloser Passagier meiner Prozesse mehr.“ Ich habe mein eigenes Fundament und meine Toolbox, um mich selbst sicher durch diesen Raum zu navigieren, auch wenn es sich wie eine Achterbahn entwickelt.
In den darauffolgenden Wochen ging es nicht darum, verkrampft nach neuen Lösungen zu suchen, sondern ganz bewusst in meine eigene Toolbox zu greifen. Ich gab mich einfach dem inneren und äußeren Fluss hin: Ich beobachtete aufmerksam, was mir im Alltag begegnete, welche Botschaften mir meine Träume brachten und was ich in meinem Umfeld wahrnahm. Ich nahm mir Zeit zum Reflektieren, ging in den tiefen Dialog mit mir selbst und hielt all diese Prozesse im Journaling fest.
Als der Ruf nach einer Reise zu einem Retreat nach Zypern immer lauter wurde, merkte ich, wie mein System aufgewühlt reagierte. Es war, als würden zwei Seiten gegeneinander antreten, die Lichtseite: „Oh ja, dieses Retreat ist genau meins!“Die Schattenseite: „Nein, bloß nicht, es ist viel zu unsicher und gefährlich!“ Denn nach der ersten Euphorie tauchten Ängste und Unsicherheiten plötzlich auf. Ich bekam schlaflose Nächte mit Herzrasen und malte mir schreckliche Szenarien aus. Bis ich dachte, so geht es nicht weiter, um mein Nervensystem sanft zu unterstützen, suchte ich mir ganz gezielt Bachblüten aus dem Buch von Mechthild Scheffer – Die original Bachblütentherapie heraus, und weil es so viele Blütenessenzen waren, ließ ich mir daraus 2 Mischungen herstellen.
Diese Mischungen sind speziell abgestimmt auf die Themen Angst, Einsamkeit, das Gefühl des Alleinseins und das Vertrauen in die eigene innere Kraft und Führung.
Es geht nie darum, alles auf einmal zu tun, sondern intuitiv genau das herauszufinden, das dem eigenen Nervensystem und dem Körper im aktuellen Moment Halt und Ausrichtung schenkt.
Doch der Ruf nach Zypern ließ sich nicht mehr überhören, auch wenn er große Wellen schlug. Die Entscheidung, diese Reise tatsächlich anzutreten, war mit einer Welle von Ängsten verbunden:
Anstatt diese Sorgen wie früher wegzudrücken, bin ich Schritt für Schritt durch sie hindurchgegangen. Ich habe erkannt: Diese Ängste gehörten bereits zum Prozess. Die Zusage an die Reise war mein erstes aktives „Ja“ zu meiner eigenen Befreiung.
In der besonderen Energie Zyperns angekommen, durfte ich sofort erfahren, wie sehr das Leben für mich sorgte. Mir begegnete von der ersten Minute an so viel Herzenswärme und Hilfsbereitschaft. Ich traf auf deutsche Auswanderer, mit denen ich wundervolle, bereichernde Gespräche führte und spannende Einblicke in ihr Leben auf der Insel bekam.
Ein ganz besonderes Geschenk war die Verwalterin meines Appartements: Sie bot mir direkt am allerersten Tag von sich aus an, mich mit ihrem Auto zum Einkaufen mitzunehmen. Für diese pragmatische und liebevolle Unterstützung war ich unendlich dankbar und glücklich. Einige Sorgenpakete durften in diesen Momenten einfach abfallen.
Als ich dann von meinem Privat-Appartement in die Retreat-Villa umgezogen war, fügte sich alles zusammen. Ich verstand nun aus tiefster Seele, warum es mich so unaufhaltsam hierher gerufen hatte.
Der Ausblick in die Weite der Berglandschaft mit ihrem wunderschönen Grün war einfach überwältigend. Die Teilnehmerinnen waren so herzlich und wir waren direkt auf einer Wellenlänge. Zwei wundervolle Köche bekochten uns 3 x täglich mit den leckersten veganen Menüs. Morgens starteten wir mit einem ausgewählten Thema in die Yogastunde und einem Ritual in den Tag.
Und dann kam es zu dem entscheidenden Ritual, wir machten eine Partnerübung zum Thema Vertrauen – vertrauen sich führen zu lassen und selbst zu führen. Zuerst führte ich meine Partnerin, das fühlte sich gut an. Und dann stand ich mit verbundenen Augen da. In der absoluten Dunkelheit unter der Augenbinde war es wieder da, dieses übermächtige, uralte Gefühl:
„Ich habe Angst in der Dunkelheit.“ Das kleine Mädchen, die kleine Ute, völlig allein in der Dunkelheit, mein Körper erstarrte und ich begann zu zittern, der Atem stockte, Tränen liefen. Niemand ist da, der mich beschützen könnte. Ich bin ganz allein! Nach einer Weile der Erstarrung, kam eine innere Stimme, die flüsterte: „Aber hey, ich habe doch alles bereits in mir!“ Ich kann meinen Atem bewusst einsetzen, ich kann mein Nervensystem in einen neuen Zustand versetzen, indem ich mich bewusst mit der Erde verbinde und mich auf das Gefühl von Sicherheit und gehalten sein ausrichte.
In diesem heiligen Raum durfte diese tiefe Ur-Angst endlich vollkommen da sein. Nicht weiter unterdrückt und vom Verstand analysiert, sondern im sicheren Rahmen konnte der Prozess verkörpert und kraftvoll ins Licht transformiert werden.
Zum Abschluss des Rituals lud die Retreat-Leiterin uns ein, erstmal gemeinsam in den Pool zu springen und uns abzukühlen. Im Wasser konnten wir all das abwaschen, was dieses Ritual in uns bewegt hatte und wir nochmal nachspüren und uns innerlich bewusst neu ausrichten.
Als ich mich aus dem Wasser erhob, war da plötzlich dieser Impuls: „Ich steige auf wie Aphrodite aus dem Meer!“ und genau hier, auf der Insel Zypern, die der Mythologie nach als ihr Geburtsort gilt. Nicht mehr das kleine Mädchen in der Dunkelheit, sondern als eine Frau, die aus ihrer eigenen Tiefe auftaucht. Noch nass von den Tränen und dem Wasser, aber aufrecht, vollständig und ganz bei sich. Das war der eigentliche Wendepunkt dieser monatelangen Heil-Reise.
Heute spüre ich, wie sich nach all den Monaten ein Tor geöffnet hat. Der Nebel hat sich vollständig gelichtet.
Ich stehe nicht mehr mitten im Prozess, sondern schaue aus einer neuen Perspektive auf diesen Weg, den ich in dieser Zeit gegangen bin. Ich erfasse die Zusammenhänge vom ersten Impuls des Streptokokkinum über die Dunkelträume, die Bachblüten und die Ängste vor der Reise, bis hin zum erlösenden Ritual auf Zypern.
Aus dieser höheren Perspektive wird mir klar:
Wenn du also das nächste Mal spürst, dass ein altes Thema wieder anklopft: Schreck nicht zurück, erinnere dich an deine eigene Toolbox, vertraue dem Ruf deiner Seele und erlaube dir, die nächste Schicht zu deiner eigenen Befreiung freizulegen.
Wer schön sein will, muss fühlen.
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Aho 🪶 Ute
*Hinweis & Disclaimer: Die von mir geteilten Erfahrungen, Impulse und Methoden (wie z. B. Bachblüten oder homöopathische Impulse) dienen der energetischen Selbstentfaltung, der persönlichen Entwicklung und der Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Sie dienen nicht als Empfehlung meinerseits und ersetzen keine medizinische, psychotherapeutische oder heilpraktische Diagnose oder Behandlung.